IV. AUSSICHT

Zeitschrift für internationale Bildung

Herausgeber : Arbeiterinstitut José Luís und Rosa Sundermann

Wofür kämpfen wir eigentlich?

Nr. 3, März  /   Jahrgang 2005

 

 

Weitere Infos : Brasilien unter der Herrschaft

der pro-imperialistischen Volksfrontregierung Lula da Silva

Revolution in Bolivien :

Vereinigen und zentralisieren wir die Kämpfe,

 um das Erdgas und das Erdöl zu nationalisieren,

ohne Entschädigung

Weitere Infos : Argentinien unter der Herrschaft

der pro-imperialistischen Regierung Néstor Kirchner

 

VENEZUELA UNTER DER BÜRGERLICHEN REGIERUNG

HUGO CHÁVEZ

 

LULA, CHÁVEZ UND URIBE

SCHLIESSEN SICH MIT DEM EUROPÄISCHEN IMPERIALISMUS ZUSAMMEN

 

Larissa Morais

Opinião Socialista 29.03.2005

Übersetzung: Albuquerque Lemes

Lo Scaltro von Genua

emilvonmuenchen@web.de

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Präsident Lula erfüllte am Dienstag, den 11. 03. 2005, noch eine Aufgabe als Verbündeter des Imperialismus.

 

Er nahm in der venezolanischen Stadt Puerto Ordaz teil an einem Treffen der Regierungsspitze mit den Präsidenten Hugo Chávez aus Venezuela, Álvaro Uribe aus Kolumbien und dem Premierminister von Spanien, José Luis Zapatero.

 

Unter den Themen, die man diskutierte, befanden sich die Reform der UNO, der Drogenhandel und der kolumbianischen Bürgerkrieg.

 

Darüber hinaus über debattierten die Präsidenten über eine mögliche, umfassende wirtschaftliche Integration Lateinamerikas und Europas.

 

Hinter den diplomatischen Fragen befanden sich das Interesse des europäischen Imperialismus, die Energiequellen in Ländern wie Venezuela und Bolivien auszubeuten und ihre Version der gesamtamerikanischen Freihandelszone (FTAA/ALCA) mit den USA auf dem Kontinent durchzusetzen, zusammen mit den „Volks-„Regierungen, wie die von

 

REGIERUNG CHÁVEZ :

EIN BÜRGERLICH-NATIONALISTISCHES PROJEKT,

DAS DURCH DIE PROLETARISCH-REVOLUTIONÄREN MASSEN

GESCHLAGEN WERDEN MUSS

 

DIE HERAUSFORDERUNGEN DES VENEZOLANISCHEN

REVOLUTIONÄREN PROZESSES

 

Américo Gomes,

Opinião Socialista 23.01.2005

Übersetzung: Albuquerque Lemes

Lo Scaltro von Genua

emilvonmuenchen@web.de

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Der venezolanische Prozess ist heute einer der am wichtigsten von Lateinamerika. Alle Revolutionäre müssen ihn studieren, um zu verstehen, wie er sich entwickelt und welche seine Widersprüche sind.

 

Venezuela besitzt eine mächtige, moderne und sehr entwickelte Erölindustrie. Die PDVSA (Petróleos de Venezuela) ist eines der größten der Welt mit zehntausenden von jungen Industriearbeitern und von wichtiger Bedeutung im Land.

 

Dabei ist eine der am meisten parasitären Bourgeoisie unseres lateinamerikanischen Kontinents entstanden, während andere produktive Sektoren ziemlich geschwächt sind, was die Grundlage für eine hohe Arbeitslosigkeit bzw. Unterbeschäftigung, konzentriert in den großen Städten, ist.

 

Diese Arbeitslosen und Unterbeschäftigten leben in den auf Hügeln gelegene Cerros, Favelas, von Caracas. 

 

Die Verbindung von einer jugendlichen Arbeiterklasse mit den miserablen urbanen Strukturen ergibt einen explosiven Aspekt auf dem venezolanischen revolutionären Prozess.

 

Der große Widerspruch ist, dass die anerkannte Führung heute Hugo Chávez ist, der, ungeachtet des ganzen radikalisierenden Diskurses, nicht als ein den revolutionären Prozess dynamisierendes Element wirkt.

 

Seine Strategie ist ein Abkommen für ein friedliches Zusammenleben mit dem US-Imperialismus auszuhandeln.

 

Die Massen haben hohe Erwartungen in Chávez

 

Chávez kam zur Macht als Ergebnis einer institutionellen Krise, die durch den Aufstand von Caracas – Caracazo -  1989 verursacht wurde.

 

Zurzeit verwendet er einen Teil des Einkommens, das durch den Erdölexport ermöglicht wird, nachdem er regelmäßig die Auslandsschulden zahlt, für Sozialmaßnahmen, die die strukturellen Probleme nicht lösen, wie die minimale Schaffung von Arbeitsplätzen und die symbolische Erhöhung der Einkünfte.

 

Diese Maßnahmen kombiniert mit einer Rede von relativer Unabhängigkeit gegenüber dem Imperialismus erzeugen Hoffnung und Unterstützung von Teilen der Massen und von ihren besten Elementen der Avantgarde.

 

Umso mehr, nachdem viele Sektoren der ehemaligen Linken schändlich vor der neoliberalen Politik der Volksfrontregierungen – wie die Regierung Lula da Silva in Brasilien – kapitulierten.

 

Das Problem ist, dass der Schein trügt und man dieser Politik nicht glauben kann, die etwas sagt, aber nicht tut.

 

Wer das Rad der venezolanischen Revolution dreht, sind hunderttausende von anonymen Aktivisten in den Favelas, Erölindustrie und Stahlindustrie.

 

Chávez benutzt sein Prestige, um dieses Rad zu bremsen und entscheidende Konfrontationen aufzuschieben.

 

Die Massen schlugen den Putsch von April 2002, die Aussperrung der Arbeitgeber und das imperialistische Referendum nieder und wollen weiter nach vorne gehen.

 

Aber Chávez nicht.

 

Das bürgerlich-nationalistische Projekt von Chávez hat keine Aussichten auf Erfolg. Deshalb führt er weder bedeutende Verstaatlichungen (wie damals Cárdenas mit dem mexikanischen Erölunternehmen oder Allende mit dem Kupferunternehmen aus Chile), noch effektive Verbesserungen für die Arbeiter (wie damals Perón in Argentinien).  

 

In Wirklichkeit zahlt er die Bankenschulden pünktlich, verbleibt in Verhandlungen im Rahmen der gesamtamerikanischen Freihandelszone (FTAA/ALCA) mit den USA und zieht weiter die multinationalen Konzerne zu den Erdgas- und Erdölsektoren.

 

Diese Multis beuten das Nationalvermögen weiter aus.

 

Chávez bietet den „Dialog und Konsens“ den Eigentümern der großen Unternehmen und der Regierung Bush an.

 

Die Putschsektoren der Bourgeoisie – Gustavo Cisneros und die Grupo Polar – behalten ihre Monopole und beuten das venezolanische Volk weiter aus.

 

Die von Chávez stimulierte Klassenzusammenarbeit wird zur Niederlage der venezolanischen Revolution führen

 

Die Regierung genießt zurzeit eine hohe Popularität, aber das wird nicht eine Ewigkeit dauern. Die Abnutzung, die durch die Fortsetzung der kapitalistischen Wirtschaftspolitik und die imperialistische Herrschaft über diese sowie die Macht der Medien werden die die Regierung Chávez und ihre Klassenversöhnung  unterminieren.

 

Gegenwärtig ist die Haupttaktik des Imperialismus nicht mehr den Sturz von Chávez. Seine Politik ist ähnlich derjenigen, die im Sandinistischen Nikaragua angewendet wurde: Fortsetzung des Drucks – wie die Provokationen des kolumbianischen Präsidenten Uribe – und die strategische Wette für die zukünftige Wahlschlappe der Regierung.

 

Deshalb hat der US-Imperialismus das Ergebnis des Referendums von August 2004 akzeptiert.

 

Es gilt eine revolutionäre Führung aufzubauen

 

Viele linken Intellektuellen und Organisationen -  in Deutschland: Revolutionär Sozialistischer Bund (RSB – Mandels IV Internationale), der Funke (El Topo Obrero – Ted Grands Internationale) usw. - betrachten die Regierung Chávez als Beispiel für einen „neuen möglichen Weg“, als „sehr überzeugende“ für den Aufbau des Sozialismus, aufgrund seines Vorschlages für einen Kapitalismus mit der Verteilung des Reichtums.

 

Andere, die Chávez als einen nationalistischen Bourgeois richtigerweise bezeichnen, treiben die Politik: „Druck auszuüben, um die progressiven Maßnahmen zu verteidigen“.

 

Das alles ist ein Fehler.

 

Die Regierung Chávez ist bürgerlich und seine Politik, die darin besteht, eine Versöhnung mit dem Imperialismus und der Putschbourgeoisie zu suchen, wird die venezolanische Revolution zur Niederlage führen.

 

Es gilt eine revolutionäre Alternative gegen Chávez aufzubauen, die ihn schlägt und die Macht tatsächlich in die Hände der Arbeiter überträgt.

 

Nur so kann der revolutionäre Prozess nach vorne gehen, indem er Maßnahmen wie die der Expropriation der Großunternehmen, insbesondere der Medien, ergreift und die Arbeiterkontrolle über die Erdölindustrie einsetzt und die multinationalen Konzernen vertreibt.

 

Das kann nur im Rahmen eines großen Zusammenstosses stattfinden. Dafür muss man die Organisationen der proletarischen Massen verstärken und die Volksmilizen, die sich mit dem pro-imperialistischen und faschistischen Imperialisten konfrontieren, aufbauen und bewaffnen.          

 

REGIERUNG CHÁVEZ :

KEINE KONSEQUENTE KONFRONTATION

MIT DEM IMPERIALISMUS

 

Eduardo Almeida Neto,

Opinião Socialista

Übersetzung: Albuquerque Lemes

Lo Scaltro von Genua

emilvonmuenchen@web.de

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Es ist bedauerlich, dass auf dem 5. WSF praktisch die ganze Linke außer der Vereinigten Sozialistischen Arbeiterpartei von Brasilien (PSTU: Partido Socialista dos Trabalhadores Unificado) ohne irgendeine programmatische oder politische Abgrenzung zum Meeting der Unterstützung von Chávez gegangen ist.

 

Der große Star des 5. WSF war Hugo Chávez. Im Gegensatz zu Lula, gab es ein Meeting mit wirklicher Unterstützung von Tausenden für den venezolanischen Präsidenten.

 

Auf die Unterwürfigkeit Lulas gegenüber dem Imperialismus erscheint Chávez als ein antiimperialistischer Kämpfer. Chávez sprach über seine „bolivarianische Revolution“ und sagte, dass der Kampf gegen den Imperialismus stärker geworden ist, weil es Regierungen wie die seine und wie diejenigen von Tabaré Vázquez, Vladimir Putin existieren, sowie die von China und die von Lula in Brasilien.

 

Alle diese Regierungen sind pro-imperialistisch, d.h. sie haben nicht die Spannungen die Chávez hat mit der Regierung Bush.

 

Es gibt in Venezuela einen sehr wichtigen revolutionären Prozess, aber man darf ihn nicht Chávez zuschreiben. Auf der einen Seite gibt es die Massen, die von den Caracas umgebenen Favelas hinuntergingen und den imperialistischen Putschversuch besiegten, während die Regierung gelähmt war.

 

Auf der anderen Seite haben wir eine Regierung, die eine Wirtschaftspolitik anwendet, die genauso neoliberal ist, wie die von Lula da Silva in Brasilien, mit der religiösen Bezahlung der Außenverschuldung, der Entwertung der venezolanischen Währung, des Pesos usw.

 

Chávez verhandelt noch ein Abkommen mit nordamerikanischen Erölkonzernen und weigert sich, die der angehörigen Putschisten festzunehmen oder sie zu enteignen.

 

Der Imperialismus greift ihn an, weil Chávez den Irakkrieg nicht unterstützt und abweichende Positionen beibehält, etwas unerträglich für Georg Bush. Dies ist der Anlass von Provokationen der Regierung Álvaro Uribe von Kolumbien wie in der Entführung des Führers der Bewaffneten Streitkräfte von Kolumbien (FARC: Fuerzas Armadas Revolucionárias de Colombia) in Caracas.

 

Aber Chávez stellt sich nicht einer konsequenten Konfrontation mit dem Imperialismus und noch viel weniger in einer antikapitalistischen Richtung.

 

Darum ist es bedauerlich, dass praktisch die ganze Linke auf dem 5. WSF 2005 in Brasilien außer der PSTU ohne irgendeine programmatische oder politische Abgrenzung zum Meeting der Unterstützung von Chávez gegangen ist.

 

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POLITISCHE PROGRAMME DES SOZIALISMUS 

  

I.

PROGRAMM DER SOZIALDEMOKRATISCHEN

ARBEITERPARTEI RUSSLANDS

ANGENOMMEN AUF DEM II PARTEIKONGRESS

IN BRÜSSEL UND LONDON 1903 

   

II.

PROGRAMM DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI RUSSLANDS

ANGENOMMEN AUF DEM VIII PARTEIKONGRESS

IN MOSKAU 1919